Die Lokomotive soll laufen!

Mehr als 26 Jahre erinnerte die Dampflokomotive Ed 3/4 Nr. 51 beim Bahnhof Schwarzenburg als stumme Zeugin an die Anfänge der Bern–Schwarzenburg-Bahn. Leute des Vereins Dampflok 51 haben die Lok in dieser Zeit gepflegt.

Während der stetigen Pflege des Denkmals träumten die Leute des Vereins Dampflok 51 Schwarzenburg von einer lebendigen Lok, die faucht und zischt. Von Anfang an war klar, dass der Verein allein nicht in der Lage sein wird, seine Dampflokomotive zu revidieren und zu betreiben. Mit dem Verein Dampfbahn Bern (DBB) fand sich der ideale Partner dazu.

Die Idee, die Lok 51 wieder in Betrieb nehmen zu wollen, wurde von den DBB-Leuten mit Begeisterung aufgenommen. Seit dem 18. Juli 1998 steht die Lok 51 nicht mehr an ihrem angestammten Platz in Schwarzenburg, sondern als Dauerleihgabe im DBB-Depot in Burgdorf.



Abtransport der Dampflok

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Die Revision der Dampfbahn Bern 1998 - 2007

Nach den Demontagearbeiten 1998 arbeitete ein Arbeitslosenprojekt verschiedene Bauteile auf. Die Achsen, Achslager und Räder wurden in der SBB-Werkstätte Yverdon überarbeitet, repariert und mit Ultraschall geprüft. Im Jahr 2000 begannen die DBB-Aktivmitglieder mit dem Wiederaufbau:

Der revidierte Lokrahmen wurde wieder auf die eigenen Räder gestellt. Die Kesselrevision konnte mit dem definitiven Einbau des Kessels und dem Bestehen der amtlichen Kesseldruckprobe am 30. April 2004 erfolgreich abgeschlossen werden. Die aufwändigen Revisions- und Montagearbeiten am Triebwerk sind im Gang. Verschiedene Arbeitsgruppen der Dampfbahn Bern renovieren Luftpumpe und Armaturen.



Abheben des Dampfkessels. Dank der hervorragenden Konservierungsarbeit, hat er die Denkmalzeit praktisch schadlos überstanden
Die Lok wurde bis auf den blossen Rahmen demontiert. Dann erfolgte eine gründliche Aufarbeitung aller Einzelteile
Hightech begegnet alter Technik: Um ein genaues Positionieren der Achsen zu erreichen, werden die Achslagerführungen vorgängig mit Hilfe der Lasertechnik genauestens ausgemessen
Die neu ausgegossenen und auf Mass gefertigten Achslager werden von Hand eingeschabt
Die Vorbereitungen für das Einachsen sind abgeschlossen
Der Rahmen wird nun sorgfältig auf die bereitstehenden Achsen abgesenkt
Bei der Kesselrevision kam auch die alte Kunst des Warmnietens zur Anwendung
Ein grosser Moment: der fertig revidierte Dampfkessel wird definitiv aufgesetzt
des Projektleiters kritischer Blick „aus dem Keller“
Die neu gegossenen Kolbenstangenstopfbüchsen (insgesamt 6 Stück) werden präzise auf Mass gedreht
Revisionsstand 11. August 2007:
Die rechte Lokseite sieht schon fast fertig aus. Noch fehlen etliche Meter Kupferleitungen, die Schmierpumpe und der definitive Anstrich.
Revisionsstand 11. August 2007:
Ansicht der linken Lokseite: Wasser-, Kohlenkasten und Führerhaus sind vorerst bloss grundiert. Bemerkung zur Farbgebung: Hier stützte man sich auf eine alte SBB-Vorschrift, welche besagte, dass sämtliche, Zitat, „nicht kalt verformten Kesselverschalungsbleche in der ursprünglichen Oberfläche des Glanzbleches zu belassen sind.“ (SBB-Vorschriften für die Lieferung von Lokomotiven und Tendern von 1919, Art. 58 Abs. 2) Die nun gewählte blau-schwarze Farbe der Kesselbleche entspricht somit derjenigen des ursprünglich gebläuten Bleches.
Revisionsstand 11. August 2007:
Blick in den fast vollständig instrumentierten Führerstand, Führerhausdach und definitiver Anstrich fehlen noch. Gegenüber ihrem letzten Betriebszustand hat sich hier einiges geändert: Verschiedene, im Streckendienst nützliche und hilfreiche Armaturen und Einrichtungen, wurden wieder installiert. Als angenehme Nebenerscheinung nähert sich so die Lok ihrem Ursprungszustand. Die originale Feuertüre aber musste aus Sicherheitsgründen einer Neukonstruktion weichen.




erste Gehversuche

Am 12. Juli 2008 war es endlich soweit: nach über 40 Jahren "Dampfabstinenz" konnte die Lok 51 erstmals wieder unter Dampf genommen werden. Im Areal des Depots West in Burgdorf machte sie ihre ersten Gehversuche. Noch sind jetzt einige Nacharbeiten zu erledigen, insbesondere auch die Malerei, dann kann die Lok dem Kesselinspektor für die amtliche Abnahme vorgeführt werden. Das vor ziemlich genau 10 Jahren begonnene Projekt der wieder Instandsetzung dieser Lok geht also definitiv seinem Ende entegen.





weitere Informationen

Verein Dampfbahn Bern

Postkonto 30-635502-3, Verein Dampfbahn Bern, Revision Lok 51, 3000 Bern